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Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)?


Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) gehören in der Schweiz zu den häufigsten Erkrankungen: Eine von 350 Personen, also über 25‘000 Menschen leiden daran.

Unter dem Sammelbegriff chronisch entzündliche Darmerkrankung werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die sich durch schubweise wiederkehrende oder kontinuierlich auftretende, entzündliche Veränderungen des Darms auszeichnen. Diese Erkrankungen führen zu Beschwerden wie Durchfall mit Blut oder Schleim im Stuhl, heftige Bauchschmerzen sowie Symptome von anderen Organsystemen. Grund dieser Entzündung ist eine übermässige Reaktion des Immunsystems auf körpereigene Keime oder Zellen, die sich normalerweise im Darm befinden. Der Auslöser dieser Reaktion bleibt bislang trotz intensiver Forschung unklar. Es gibt immer wirksamere Therapien, doch bis heute keine Heilung. Eine Reihe von Medikamenten und Unterstützung aus der Komplementärmedizin stehen zur Verfügung, die vor allem die Entzündung unterdrücken und die Entwicklung von Komplikationen verhindern sollen. In schweren Fällen kommen auch chirurgische Eingriffe in Frage. Die häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

«Ich lebe seit über zehn Jahren mit Colitis ulcerosa. Die Angebote von Crohn Colitis Schweiz helfen mir enorm, mein Leben trotzdem lebenswert zu gestalten. Vor allem auch der Austausch unter anderen Betroffenen ist für mich sehr hilfreich, die Solidarität untereinander ist einfach grandios und gibt mir viel Kraft!»

 

Morbus Crohn



Beim Morbus Crohn (Morbus = Krankheit, Crohn nach Burrill B. Crohn, er veröffentlichte die erste wissenschaftliche Beschreibung dieses Krankheitsbildes) handelt es sich um eine chronische

Erkrankung, die in Schüben verläuft.
 

Die Entzündung kann im Unterschied zur Colitis ulcerosa den gesamten Verdauungstrakt –

von der Mundhöhle bis zum After – betreffen. Am häufigsten befällt der Morbus Crohn den

Bereich des terminalen Ileums, also den Übergang vom Dünndarm in den Dickdarm.

Zwei weitere Unterschiede zur Colitis ulcerosa sind typisch für den Morbus Crohn:

Die Erkrankung breitet sich nicht kontinuierlich aus, sondern sie kann mehrere, nicht

zusammenhängende Stellen des Verdauungstraktes befallen; ausserdem erfasst sie nicht

nur die oberste Schleimhautschicht, sondern sie kann alle Schichten der Darmwand betreffen.

 

Colitis ulcerosa



Die Colitis ulcerosa ist eine chronische, d.h. langdauernde/lebensbegleitende Erkrankung

des Dickdarms, die meist in Schüben verläuft.
 

Sie verursacht Geschwüre (lat. ulcera, daher ulcerosa = geschwürig) in der inneren

Schleimhautschicht des Kolons, wie der Dickdarm auch genannt wird

(colitis: Entzündung des Kolons). Diese Entzündung der Darmschleimhaut breitet sich am

Mastdarm beginnend kontinuierlich unterschiedlich weit im Dickdarm aus. Am Anfang des

Dickdarms oder am Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm kommt die Colitis ulcerosa

zum Stillstand. Damit unterscheidet sich die Colitis ulcerosa von der anderen häufigen

chronisch entzündlichen Darmerkrankung, dem Morbus Crohn, der alle Bereiche des

Verdauungstrakts befallen kann.

Männer und Frauen erkranken etwa gleich oft an Colitis ulcerosa – und zwar häufig als

junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Doch kann grundsätzlich jeder erkranken, auch Kleinkinder und ältere Menschen. So ist auch eine Alters-Colitis bekannt.

 
 

Kollagene Colitis

Die Kollagene Colitis (Kollagencolitis, mikroskopische Colitis) ist eine mutmasslich

chronische, etwas atypisch verlaufende Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms,

deren Ursache nach wie vor nicht geklärt ist und die sich mit starkem wässrigem

Durchfall bemerkbar macht.

Die Besonderheit der Erkrankung liegt in der übermässigen Ausbildung einer Membran,

welche die Schleimhautepithelzellen von den darunterliegenden Schichten der

Darmwand trennt. Diese Membran verdickt sich bei der Kollagenen Colitis monströs und

besteht dann im Wesentlichen aus Reparaturkollagenen, wie sie etwa bei der

Narbenbildung auftreten.

Direkt verwandt und vermutlich identisch mit der Kollagenen Colitis ist die

lymphozytäre Colitis mit gleichem klinischem Bild, bei der histologisch aber nicht die Membranverdickung im Vordergrund steht, sondern ein Infiltrat aus Lymphozyten in der Schleimhaut, das dort normalerweise nicht zu finden ist.

Reizdarm

Nicht zu verwechseln sind die CED mit dem harmloseren, aber auch sehr unange-

nehmen Reizdarmsyndrom. Dieses ist eine funktionelle Störung des Magen-Darm-Traktes

ohne organische Ursache.

Man findet auch keine sichtbaren Laborveränderungen. Das Reizdarmsyndrom ist eine

der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes: 10 bis 15 % der erwachsenen

Bevölkerung sind davon betroffen. Typische Beschwerden sind Bauchschmerzen,

veränderte Stuhlgewohnheiten (chronische Verstopfung, Durchfall oder abwechslungs-

weise beides) sowie Blähungen. Das Reizdarmsyndrom hat oft einen langjährigen

Verlauf, wobei die Intensität der Beschwerden individuell verschieden ist und auch im

zeitlichen Verlauf starken Schwankungen unterliegt.

Das grosse Problem beim Reizdarm ist eine sogenannte Überempfindlichkeit der Schmerzwahrnehmung. Frauen sind etwa zweimal häufiger betroffen als Männer. Der Reizdarm kann weder durch anti-entzündliche oder immunsuppressive Medikamente noch durch TNF-Blocker beeinflusst werden.

 
 

Untersuchungsmethoden

Der Weg bis zur endgültigen Diagnose einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung

ist oft langwierig und belastend. In vielen Fällen dauert es bis zu zwei Jahre, bis die end-

gültige Diagnose bekannt ist.

Dies liegt unter anderem an den oft nicht sofort auf eine solche Darmkrankheit hin-

weisenden Symptomen. Liegt dann aber ein konkreter Verdacht vor, gibt es eine Reihe

von Diagnoseverfahren, welche definitive Antworten liefern sollen. Auch nach der

Diagnosestellung muss man sich als Patient immer wieder der einen oder anderen

dieser Untersuchungen unterziehen.

Laboruntersuchungen von Blut- und Stuhlproben geben Aufschluss über das Ausmass

der entzündlichen Aktivitäten. An solchen Untersuchungen kann auch der Erfolg der

Therapien gemessen werden. Ebenfalls können dadurch Medikamentennebenwirkungen

und -unverträglichkeiten aufgedeckt werden.

Schulmedizinische Behandlung

Bei Morbus-Crohn- oder Colitis-ulcerosa-Betroffenen können mehr als 160 verschiedene

Gene verändert sein. Die Heilung bzw. Ausschaltung dieser Risikogene und damit das

Verhindern von Krankheitsausbrüchen oder gar der Krankheitsentstehung ist bisher

nicht möglich. Vor diesem Hintergrund müssen sich Patient und Arzt mit einer Besserung

zufriedengeben. Trotz dieser auf den ersten Blick ernüchternden Feststellung haben

sich die Behandlungsmöglichkeiten bei Patienten mit einer CED in den letzten Jahren

deutlich verbessert.

In den meisten Fällen ist die Erkrankung mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten

gut in den Griff zu bekommen. Viele Betroffenen setzen dabei zur Ergänzung der schul-

medizinischen Therapie auf sogenannte komplementäre Methoden. In einigen Fällen

stellt eine Operation – zur Öffnung von Darmverengungen oder in schwereren Fällen

zur Entfernung von Darmteilen – eine Alternative dar, die, auch wenn es im ersten Augenblick nicht so scheinen mag, eine Verbesserung der Lebensqualität mit sich bringt.

 

Komplementäre Behandlung

Viele Patienten fürchten sich vor den Nebenwirkungen der oben genannten Medikamente. Die vielen chemischen Inhaltsstoffe machen auch oft sehr müde. Wohl aus diesen zwei Gründen wenden einige CED-Patienten auch komplementäre Therapiemethoden an. Eine kleine Auswahl soll hier vorgestellt werden. Wichtig ist, dass diese Methoden unterstützend eingesetzt werden, die konventionellen Therapien aber keinesfalls ersetzen können.

Pflanzenheilkunde: Pflanzliche Therapien mit Flohsamen oder Gelbwurz haben sich bei CED-Patienten bisher bewährt. Die Wirkung von Weihrauch oder Heidelbeeren wird momentan untersucht.

Bewegungstherapien: Yoga, Qi Gong und Feldenkrais können Entspannungstechniken, Körperwahrnehmung und -beweglichkeit unterstützen.

Homöopathie: Dazu gibt es bisher keine klinischen Studien bei CED.

Traditionelle Chinesische Medizin: Bei einer leichten bis mittelgradigen Krankheitsaktivität kann eine begleitende Akupunktur unterstützend wirken. Generell kann aber die Chinesische Medizin die spezifische Symptomatik einer CED oft nicht genügend einschätzen, was zu unbefriedigenden Behandlungen führen kann.